Einleitung: ...das kann heiter werden...
- Aufblendung-

WALDWEG NACH AMPHIPOLIS

Xena und Gabrielle schlendern dem Waldweg entlang. Ihre Schritte sind schwer. Die Pferde halten sie am Zügel.

GABRIELLE:
„Glaubst du wirklich, dass du die Taverne deiner Mutter für einen anständigen
Preis verkaufen kannst?“




XENA:
„Na ja, sie ist zwar etwas heruntergekommen... die Taverne meine ich... aber mit
etwas Fingerspitzengefühl und...“

(grinst Gabrielle an)
„...ein wenig Geschick bei den Verhandlungen werden wir das schon schaffen.“

GABRIELLE:
„Dein Wort in Elis Ohren... Bist du sicher, dass du sie überhaupt verkaufen willst?
Ich meine... die Taverne ist doch das Einzige, was deine Mutter dir hinterlassen hat.“


XENA:
„Es ist nur ein Gebäude... Meine Mutter hat mir viel mehr hinterlassen...
Und außerdem will ich, dass alles in gute Hände kommt.“


GABRIELLE:
(nickt; nach kurzer Pause)
„Xena, ich brauche dringend ein Bad.
Ich weiß schon nicht mehr, ob der Gestank von mir oder meinem Pferd kommt.“


XENA:
(schnuppert; grinst schelmisch)
„Von dir. Wir sind aber ja auch schon lange unterwegs. Na komm, wir haben ja
vorher diesen kleinen See gesehen, da können wir uns erfrischen.“


GABRIELLE:
(Seitenblick zu Xena)
„...du weißt, wir haben noch diese Tauchwette offen?“


- Schnitt -

EIN KLEINER SEE

Gelächter ist zu hören.

GABRIELLE:
„Hey, nicht mogeln!“


Xena taucht neben der Bardin auf und setzt einen unschuldigen Blick auf.


- Schnitt-

EIN KLEINER SEE -- EINIGE ZEIT SPÄTER

Als sie ans Ufer kommen...

XENA:



„Wo sind unsere Sachen?
Ich könnte schwören, ich habe meine hier an diesem Busch abgelegt.“


GABRIELLE:
(sieht sich um)
„Das gibt es doch nicht. Meine sind auch verschwunden. Oh nein...“

Sie schauen sich ratlos an. Doch auch nachdem sie sich nochmals gut umgesehen haben, bleiben die Kleider verschwunden. Schließlich schnappen sie sich die Pferdedecken und legen sie um.

XENA:
„Ich schätze, das muss genügen bis wir in Mutters Taverne sind.“

GABRIELLE:
„Ich hoffe, die Leute in Amphipolis jagen uns nicht gleich aus der Stadt.“
(brummelt vor sich hin)
„Ich fass das jawohl nicht...“
(brummelt weiter...)


- Schnitt-

WEG NACH AMPHIPOLIS

Eingehüllt in den Pferdedecken gehen die Gefährtinnen die Straße entlang. Plötzlich vernehmen sie das Schlagen von Schwertern.

XENA:
„Hey, was ist denn da los? Wir sollten mal nach dem Rechten sehen“

GABRIELLE:
„Bist du verrückt? Du kannst doch nicht nur in eine Pferdedecke gehüllt in
ein Gefecht eingreifen?!“


XENA:
„Aber vielleicht braucht irgendwer unsere Hilfe?“
(zieht eine Augenbraue hoch und sieht Gabrielle an)



„Ist da vielleicht jemand feige?“

GABRIELLE:
(gekränkt)
„Ich bin nicht feige... Aber du schaffst das sicher auch allein... Und du darfst dich
auch ganz allein bloßstellen.“

Xena zieht ihr Schwert aus dem Halfter, das an Argos Sattel befestigt ist, und rennt los.

GABRIELLE:
(ruft ihr nach)
„Blamier dich ruhig. Aber vielleicht hast du ja Glück und sie rennen davon, wenn
sie eine halbnackte Verrückte auf sich zustürmen sehen.“

Einige Sekunden bleibt sie noch stehen. Dann nimmt ihr Gesichtsausdruck eine deutlich schuldige Miene an. Sie schüttelt kurz den Kopf und eilt dann Xena hinterher.
Auf halbem Wege findet sie die Pferdedecke. Dann erblickt sie die Kriegerprinzessin. Vor ihr liegen zwei Männer, sichtlich erschrocken. Xena steht über ihnen, das Schwert auf sie gerichtet.

GABRIELLE:



„Was sagte ich dir, sie sind wohl vor Schreck zu Boden gegangen.“

MANN:
„Bitte... bitte tu uns nichts, wir haben doch nur geübt.“

XENA:
„Geübt? Was geübt?“

MANN:
„Na, Schwertkampf. Für den Unterricht in Amphipolis. Ihr seid wohl nicht von hier?“

Xena schaut irritiert zu Gabrielle.


- Schnitt-

AMPHIPOLIS; CYRENES TAVERNE

Heftiges Schieben von Tischen ist zu vernehmen. Lautes Gemurmel ist überall zu hören.

Ein lauter Schrei durchdringt plötzlich den Raum.

MINYA:
„NEIIINNN!!! Doch nicht die Verkaufstische neben den Gyrosstand!
Die Sachen werden doch völlig nach verkokeltem Fleisch riechen!“


Nach einigen Sekunden Stille werden wieder Tische geschoben. Minya setzt sich völlig erschöpft auf einen Stuhl. Neben ihr hat ein Mann Platz genommen.

MANN:
„Ganz ruhig, das kriegen wir schon hin.“

MINYA:
(verzweifelt)
„Das sind doch alles Dilettanten! Das sind Kunstwerke, die darf man doch so nicht behandeln.“

Sie nimmt eine Schriftrolle vom Tisch der direkt neben ihr steht.

MINYA:
(leise)
„Ach Gabrielle, wenn du wüsstest wie sie deine Werke behandeln.“

Dann blickt sie kurz auf und starrt den Mann neben sich an. Dieser lächelt nur.



MINYA:
(mit großen Augen)
„Du... du... du bist doch... oh man... du bist gekommen...“
Sie springt auf und reicht dem Mann die Hand.

MINYA:
(strahlend)
„Hercules... herzlich willkommen auf der ersten Xenaconvention... Dass DU gekommen
bist... Wahnsinn... Hast du den kleinen... wie ist doch sein Name... auch mitgebracht?“


HERCULES:
„Du meinst Iolaus?“
(sich umblickend)
„Der wollte sich hier mit mir treffen, aber ich habe ihn noch nicht gesehen.“

MINYA:
„Nun ja, wie dem auch sei...“
(etwas zögernd)
„Da wäre noch eine Kleinigkeit... Also... ähm... Dein Bruder.. Er ist bereits hier...“

HERCULES:



„Mein Bruder? Ares ist hier?“

MINYA:
„Ähm... Ja...Wir konnten ihn für den Kursus in modernem Schwertkampf gewinnen.
Es haben sich bereits eine Menge Leute dafür angemeldet.“


HERCULES:
(verdreht die Augen)
„Na das kann ja heiter werden...“


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