Einleitung: ...nur wegen einer Amazone...
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ALEXANDRIA; HAFENVIERTEL, IN DER BAR 'ZUM KROKODIL'

POTIPHAR:
„Die Saat ist gesät. Der Pharao will eine Amazone und Serapa ist in Ungnade gefallen.“
(reibt sich die Hände)
„Mit ihr wird es keine Hochzeit geben.“

MOMUS:

„Frohlocke nicht zu früh, Gebieter. Noch sind wir der Amazone nicht habhaft geworden.
Und ganz im Vertrauen.“

(er beugt sich näher zu ihm)
„...es gibt keinen Beweis dafür, dass sie existiert.“

POTIPHAR:
„Das muss sie auch nicht. Wir deklarieren irgendein renitentes Weib zur Amazone,
schaffen sie zum Pharao und wenn er die Hochzeitsnacht mit ihr verbringt, verliert
er leider dabei sein Leben. Sie wird umgehend hingerichtet und der Weg ist frei,
um mich zum erleuchteten Herrscher aufzuschwingen. Nein!“

(er wird laut)

„Ich werde nicht so enden, wie meine unrühmlichen Vorfahren.“

Ein paar Köpfe drehen sich in seine Richtung

MOMUS:
„Ich fürchte nur, dass es nicht so einfach durchzuführen sein wird, wie du es dir vorstellst,
mein Gebieter.“


POTIPHAR:
„Du und deine ewige Schwarzseherei. Dieser ausgeklügelte Plan wird gelingen“
(seine Stimme bekommt einen drohenden Tonfall)
„weil du dafür sorgen wirst.“


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PRÄFEKTUR

GOPALA:
„Würdest du mir freundlicherweise - nur für das Protokoll - bestätigen, dass es sich
um die sterblichen Überreste des Schriftgelehrten Tur, angestellt als stellvertretender
Bibliotheksleiter des Museion von Alexandria, handelt?“


Ben-Ha nickt erleichtert.

BEN-HA:
„Ja, das ist Tur.“
(betrachtet den Leichnam genauer)
„Weiß man schon, wer ihn so zugerichtet hat?“

GOPALA:

„Wir vermuten, dass er sich diesmal gewaltig vergriffen hat, oder einfach nur als lästiger
Mitwisser aus dem Weg geschafft wurde. Unseren Erkenntnissen nach, gehörte er zu den
Drahtziehern - aber der Vollständigkeit halber, ermitteln wir auch in andere Richtungen.
So wie er aussieht, muss ihm jemand etwas ganz schön übel
genommen haben.“


BEN-HA:
„Ich vermute, dass du mir nicht glauben wirst, aber ich habe nichts damit zu tun.“

GOPALA:
„Oh doch, ich glaube dir. Die Erleichterung, dass es nicht Gabrielle ist, steht dir
förmlich ins Gesicht geschrieben. Worüber ich übrigens sehr froh bin, ich hätte
dich ungern verhaftet.“


BEN-HA:

„Gabrielle ist seit gestern spurlos verschwunden. Ich bin kurz Tur suchen gegangen,
als ich zurückkehrte war sie nicht mehr da. Ich habe mir zunächst nichts Weiteres dabei
gedacht, sie wollte sowieso Feierabend machen. Doch inzwischen bin ich beunruhigt.“


GOPALA:
„ Meinst du, du könntest nun offen mit mir reden?“


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IN DER BAR 'ZUM KROKODIL'

JOSCA:
„Warum suchst du dir immer die falschen Freunde aus?“

MOMUS:
„Ach, du weißt doch, wie das ist. Ein paar Komplexe hier, etwas Bedürfnis nach
Anerkennung dort - schon ist man unüberschaubaren Verwicklungen ausgesetzt.“


JOSCA:

„Ich sehe beim besten Willen nicht, wie ich dir 'elfen könnte.“

MOMUS:
„Am Anfang schien es mir nur ein witziges Spiel, aber für Potiphar ist es blutiger Ernst.“

JOSCA:
„Und wenn du einfach direkt zum Pharao gehst?“


MOMUS:
(mit gesenktem Kopf)
„Du hast keine Vorstellung davon, was für mich auf dem Spiel steht.“

(jammert theatralisch)
„Mein Leben ist verwirkt.“
(mehr zu sich selbst)
„Und alles nur wegen einer dummen Amazone.“


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BIBLIOTHEK

XENA:
„Angenommen, ich suche nach einem bestimmten Schreiber, wer könnte mir da Auskunft geben.“

YEMAHA:
„Das kommt darauf an.“

XENA:
„Gut. Ich suche einen gewissen Yemaha, wo kann ich ihn finden?“

YEMAHA:
„Normalerweise im großen Lesesaal. Durch diese Tür, den Gang entlang.“

XENA:
„Da lang?“

YEMAHA:
„Ja.“

XENA:
(zückt ihr Schwert)
„Wunderbar, dann haben wir beide ja den gleichen Weg.“


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IN DER BAR 'ZUM KROKODIL'

POTIPHAR:
„Ich hoffe, es ist wichtig. Ich habe nämlich genug damit zu tun, mich auf mein
neues Leben vorzubereiten.“


MOMUS:
„Du möchtest doch immer ganz nah am Kern des Geschehens sein - nicht wahr? Ich
wollte dir nur mitteilen, dass wir fündig geworden sind.“


POTIPHAR:
„Und deshalb belästigst du mich? Mit Kleinigkeiten?“
(wirft trotzdem einen wohlgefälligen Blick auf die Schönheiten, die sich in der Bar tummeln)

MOMUS:
„Du wirst dich schon damit befassen müssen, mein Gebieter, schließlich soll ich dir
den Weg bereiten.“


POTIPHAR:
(unwirsch)
„Ich gebe dir freie Hand, alles Erforderliche in die Wege zu leiten. Mein Zeitplan ist dir
bekannt, du brauchst ihn nur einzuhalten.“



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